Zwölf Brücken und Stege haben die Teilnehmer am transviamala run & walking (Thusis–Donat) vom Sonntag überquert. Die Tagessieger Ulisses Joos und Jasmin Nunige erhielten als süsse Erinnerung ein Brücken-Modell aus Schokolade.
Von Anita Fuchs
Eines war unbestritten: Die architektur-historische Valtschiel-Brücke in Donat, die im Zentrum des diesjährigen „Transviamala“-Schwerpunktthemas „Brücken bauen“ stand, erhielt für einmal jene Aufmerksamkeit, die sie verdient. Ganz speziell von Ulisses Joos, welcher den Übergang kurz vor dem Ziel zuerst überquerte. Als Bauingenieur-Student betrachtete er die älteste noch bestehende versteifte Stabbogenbrücke des weltbekannten Brückenbaukünstlers Robert Maillart beim Laufen mit Kennerblick. Auf Grund seines komfortablen Vorsprungs von zwei Minuten hätte sich der unter seinem Bürgerort Andeer gestartete Churer sogar einen kurzen Halt erlauben können.
Erinnerungen an Essen und Einstürze
Letztlich war Joos beim Passieren des Juwels aber ganz einfach froh, „bald im Ziel zu sein“. Gleich erging es Werner Tischhauser (und wohl dem Gros der zugelassenen 800 Läufer und Walker), der sich als Koordinator des vom „Transviamala“-Organisationskomitee ins Leben gerufenen Sanierungsprojektes eingehend mit der Valtschiel-Brücke befasst. Als sie der Projektleiter Tourismus und Kommunikation des Naturpark Beverin am Sonntag überquerte, erinnerte er sich umgehend ans feine Mittagessen, welches ihm am vorangegangenen Mittwoch während des Sponsorenanlasses auf der Brücke serviert wurde. Statt erneut Valtschiel-Maluns gabs diesmal aber „Transviamala“-Pizokels.
Ansonsten fokussierte sich Tischhauser nicht sonderlich auf die insgesamt zwölf Brücken und Stege entlang der abwechslungsreichen, gleichermassen aber auch anforderungsreichen Laufstrecke; der feuchte Untergrund beanspruchte höchste Konzentration. Auf einer der zahlreichen Brücken kamen einmal aber Gedanken an Vorfälle auf, bei denen Militär-Kompanien im Gleichschritt laufend sogar Beton-Brücken zum Einstürzen brachten. „Wir liefen zu dritt im selben Rhythmus, und ich hätte niemals gedacht, dass ich die Schwingungen derart stark spüren würde“, sagte der in Chur wohnhafte St. Galler Rheintaler.

Bild: transviamala run & walking
Streckenrekord um zwei Minuten verbessert
Während sich Tischhauser und der erst 24-jährige Überraschungssieger Joos längst für eine Teilnahme am einzigartigen und von der Uniùn da Sport Tumpriv einmal mehr tadellos organisierten „Transviamala“ entschieden, so meldete Jasmin Nunige aus Davos ihr Interesse erst am Donnerstag und somit wenige Stunden nach der Rückkehr von einem zehntägigen Ferienaufenthalt in der Toskana an. Unterschlupf im limitierten Teilnehmerfeld fand die namhafteste Bündner Ausdauerläuferin schliesslich nur wegen des Startverzichts eines Gemeldeten.
Nunige lief ein einsames Rennen an der Spitze und verbesserte mit 1:31:15 Stunden gleich den im Vorjahr von der Churerin Annette Hartmann aufgestellten Streckenrekord um 2:16 Minuten. Als Belohnung für die Bestmarke überreichten ihr die Veranstalter das beliebte Viamala-Spiel. Zusätzlich erhielt sie, wie auch Joos, für den Tagessieg einen beschrifteten Stein – symbolisch für die 589 Stufen, die es auf den 19 Kilometern zu meistern gilt – sowie eine aus Schokolade kreierte Valtschiel-Brücke. Ein solches leckeres Kunstwerk bekamen im Übrigen auch Maggie Kleis (Bonaduz) und Gian-Luca Michael (Zillis) als Gewinner des in den Anlass integrierten und auf Grund des Jubiläums einmalig auf der Valtschiel-Brücke gestarteten 30. Schamserlaufes.
Vom Dreikäsehoch zur Rentnerin
Trotz der für die Jahreszeit ungewohnt tiefen Temperaturen vereinte der ohne gravierende Zwischenfälle durchgeführte transviamala run & walking ganze Familien und insgesamt 1086 Männer, Frauen und Kinder aus sechs Ländern. Der Dreikäsehoch im Windelpack war dabei an der cursa da lumpazis – wie der originelle und ausschliesslich mit Naturelementen gespickte Hindernisparcours für die Jüngsten heisst – ebenso vertreten wie die rüstige, 76-jährige Rentnerin Trudi Roffler aus Fanas auf der Walking-Hauptstrecke. Gemeinsam war allen, dass ihnen der einzigartige Anlass nachhaltig in Erinnerung bleibt und auch so manche Brücke geschlagen werden konnte.
Auszug aus der Rangliste Transviamala 2009
transviamala run & walking. Männer: 1. Ulisses Joos (Chur) 1:20:56. 2. Josef Vogt (Balzers) 1:22:54. 3. Seppi Neuhauser (AUT-Riezlern) 1:23:13. 4. Florian Suter (Falera) 1:24:09. 5. Max Frei (D-Freiburg) 1:25:19.
Frauen: 1. Jasmin Nunige (Davos) 1:31:15. 2. Denise Zimmermann (Mels) 1:39:26. 3. Martina Negele (Triesen) 1:43:13. 4. Alice Caluori (Chur) 1:44:15. 5. Frieda Manser (Appenzell) 1:44:22.
Schamserlauf. Männer: 1. Gian-Luca Michael (Zillis) 49:14. 2. Fabian Klatt (D-Nuthe-Urstromtal) 49:45. 3. Roman Hassler (Donat) 49:56.
Frauen: 1. Maggie Kleis (Bonaduz) 56:08. 2. Sina Sprecher (Davos Platz) 57:03. 3. Brigitte Wellinger (Schluein) 1:04:52.
cursa da juniors. Knaben: 1. Luca Brütsch (Paspels) 19:02. 2. Gian Bänninger (Splügen) 19:15. 3. Jan-Nino Menn (Splügen) 20:11.
Mädchen: 1. Melina Mayer (Bonaduz) 19:27. 2. Sandrina Maissen (Trun) 21:17. 3. Seraina Kaufmann (Malix) 21:22.
Rangliste unter www.transviamala.ch